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Sauerteig lagern, verwenden & häufige AlltagsfragenAktualisiert 3 hours ago

Wie viel Anstellgut brauche ich immer aufzubewahren? 

Es reicht vollkommen aus, 20–50 g Anstellgut aufzubewahren. Mehr ist nicht nötig – beim nächsten Füttern wird daraus schnell wieder eine größere Menge. Viele erfahrene Bäcker halten ihren Starter absichtlich klein (10–20 g), um weniger Mehl zu verbrauchen und weniger wegschütten zu müssen.

Was kann ich mit dem „Discard" machen (dem Teil, den ich beim Füttern wegnehme)?

Der sogenannte „Starter Discard" (der Teil, der beim Füttern entfernt wird) muss nicht weggeschmissen werden – er ist voller lebender Kulturen und gibt Backwaren einen wunderbaren, leicht säuerlichen Geschmack:

  • Pfannkuchen und Waffeln: Discard direkt in den Teig einrühren – macht sie fluffiger und aromatischer

  • Pizzateig: Sauerteig-Pizza mit besonders dünner, knuspriger Kruste

  • Cracker und Flatbreads: Dünne, knusprige Cracker aus Discard – denkbar einfach

  • Bananenbrot und Muffins: Discard als Teilersatz für Feuchtigkeit und Backtriebmittel

  • Pasta: Sauerteig gibt selbst gemachter Pasta eine besondere Note

  • Soßen andicken: In Suppen oder Soßen einrühren

Welches Mehl ist das beste für den Starter?

  • Roggen-Vollkornmehl: Der Klassiker für einen aktiven, robusten Starter – enthält besonders viele Mineralstoffe und wilde Hefen, wird sehr schnell aktiv

  • Weizen-Vollkornmehl: Ebenfalls sehr gut geeignet, etwas milder im Geschmack als Roggen

  • Weizenmehl Type 1050: Guter Kompromiss zwischen Activity und mildem Geschmack

  • Weizenmehl Type 550/405: Funktioniert, aber der Starter wird weniger aktiv und braucht länger zum Anlaufen – für Anfänger nicht empfohlen

  • Dinkelmehl: Möglich, aber Dinkel enthält weniger stabiles Gluten – der Starter kann etwas wässriger wirken

  • Glutenfreie Mehle (Buchweizen, Reis, Teff): Besonders gut für unseren glutenfreien Sauerteig geeignet – das Verhalten ist anders als bei Weizen/Roggen, aber es funktioniert

Muss ich immer das gleiche Mehl zum Füttern verwenden?

Nicht unbedingt – ein Starter kann problemlos auf verschiedene Mehlsorten umgestellt oder mit Mischungen gefüttert werden. Eine plötzliche Umstellung (z. B. von Roggen auf helles Weizenmehl) kann die Aktivität kurzfristig reduzieren – 3–4 Fütterungsrunden einplanen, bis sich der Starter angepasst hat.

Was ist Hydration (TA) beim Sauerteig?

Die Hydration beschreibt das Verhältnis von Wasser zu Mehl im Starter oder Teig. Ein Starter mit 100 % Hydration enthält gleich viel Wasser wie Mehl (z. B. 50 g Mehl + 50 g Wasser). Ein festerer Starter (z. B. 50–60 % Hydration) fermentiert langsamer und ist milder im Geschmack; ein weicherer Starter (150 % Hydration) fermentiert schneller. Für den Einstieg ist 100 % Hydration am einfachsten zu handhaben.

Kann ich meinen Starter mit Leitungswasser füttern?

Ja – in den meisten Regionen Deutschlands ist Leitungswasser problemlos geeignet. Wer unsicher ist, ob das Wasser stark gechlort ist, kann es einfach 30 Minuten offen stehen lassen (Chlor verdunstet) oder einen Wasserfilter verwenden. In Regionen mit sehr hartem Wasser kann stilles Mineralwasser bessere Ergebnisse liefern.

Warum verändert sich mein Starter mit der Zeit im Geschmack und Aroma?

Das ist vollkommen normal und ein Zeichen eines lebendigen, gesunden Starters. Mit der Zeit stabilisiert sich die Mikrobengemeinschaft im Starter und passt sich an die lokalen Bedingungen (Mehlsorte, Wasser, Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit) an. Ein „gereifter" Starter – also einer, der schon viele Monate oder Jahre aktiv ist – hat oft ein komplexeres, ausgewogeneres Aroma als ein frischer. Das ist der Grund, warum alte Sauerteig-Starter so begehrt sind.

Wie transportiere ich meinen Starter, wenn ich umziehe oder ihn verschenke?

  • Für kurze Strecken (1–2 Tage): In einem dicht verschlossenen Glas transportieren, Kühlakku dabei, wenn es warm ist

  • Für weite Strecken oder Versand: Starter trocknen (s. Artikel 3) und als getrocknete Flocken verschicken – das ist die zuverlässigste Methode

  • Alternativ einfrieren und in einer Kühltasche transportieren

Ich habe 150g Sauerteig-Starter erhalten – brauche aber nur 8g. Was mache ich mit dem Rest?

Das ist völlig normal – die Mindestabfüllmenge beträgt 150g. Du benötigst nur 8g, um deinen Starter anzusetzen und dauerhaft weiterzuführen. Den Rest kannst du als Backup im Kühlschrank aufbewahren, eintrocknen als Notfallreserve, oder direkt in Rezepten verarbeiten, die keinen aktiven Starter benötigen – zum Beispiel Pfannkuchen, Waffeln, Naan oder Cracker. Die Rezepte auf unserem Blog eignen sich dafür gut.


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